Wer eine neue Website plant, bekommt fast immer WordPress angeboten. Das ist verständlich: WordPress läuft laut W3Techs auf rund 40 Prozent aller Websites. Es gibt Tausende Themes und Plugins, und viele Agenturen kennen nichts anderes.
Wir bauen Firmenwebsites trotzdem fast nie mit WordPress. Nicht aus Prinzip, sondern weil die meisten Betriebe das, was WordPress mitbringt, gar nicht brauchen. Hier erklären wir, wann welches System passt.
Was ein CMS überhaupt ist
Ein Content-Management-System, kurz CMS, ist die Oberfläche, über die Sie Inhalte Ihrer Website ändern, ohne Code anzufassen. Texte austauschen, Bilder hochladen, eine neue Stelle anlegen.
Die entscheidende Frage ist nicht „Welches CMS ist das beste?“, sondern: Was wollen Sie wirklich selbst ändern? Und wie oft?
Das eigentliche Problem bei WordPress: die Plugins
WordPress selbst ist gut gepflegt. Fast jede WordPress-Website besteht aber aus WordPress plus einer Sammlung von Plugins: für Formulare, für SEO, für Cookie-Banner, für den Seitenbaukasten, für Backups.
Und genau dort liegt das Risiko. Laut dem Sicherheitsbericht von Patchstack wurden 2025 im WordPress-Umfeld 11.334 neue Sicherheitslücken gemeldet. Rund 91 Prozent davon steckten in Plugins, etwa 9 Prozent in Themes. Im WordPress-Kern selbst waren es nur sechs, alle mit niedriger Priorität. Bei 46 Prozent der Lücken gab es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keine Korrektur.
Für Sie heißt das: Jedes Plugin ist eine Tür, die jemand abschließen muss. Jedes Update kann etwas anderes kaputt machen. Wir hören oft den Satz: „Ein Plugin-Update, und die Seite war weg.“
Wann WordPress trotzdem passt
WordPress ist nicht grundsätzlich schlecht. Es passt, wenn:
- Sie regelmäßig viele Blogbeiträge veröffentlichen und selbst redaktionell arbeiten,
- Sie die Website komplett selbst betreuen wollen und sich mit Updates auskennen,
- ein bestimmtes Plugin genau das liefert, was Sie brauchen, und gut gepflegt wird.
Dann sollte aber jemand fest für Updates, Backups und Sicherheit zuständig sein. Sonst wird die günstige Website zur Dauerbaustelle.
Wenn Sie ein großes Redaktionssystem brauchen: TYPO3
Manche Unternehmen haben viele Redakteure, mehrere Sprachen, Freigabeprozesse und Hunderte Seiten. Dann ist ein großes CMS richtig. Wir nehmen in diesem Fall TYPO3. Es ist im deutschsprachigen Raum stark verbreitet, auf große Websites ausgelegt und bringt Rollen, Rechte und Mehrsprachigkeit von Haus aus mit, ohne dafür eine Plugin-Sammlung zu brauchen.
Für die meisten Betriebe reicht weniger
Die meisten Betriebe, mit denen wir arbeiten, wollen ein paar Dinge selbst ändern: eine Stelle anlegen, ein Projekt ergänzen, Öffnungszeiten anpassen. Dafür braucht es kein großes System.
Für diese Fälle setzen wir ein schlankes eigenes CMS ein, das genau die Bereiche bearbeitbar macht, die Sie brauchen. Mehr nicht.
- Grandis Bau & Immobilien wollte kein großes System mit Updates und Zusatz-Software. Der Geschäftsführer hat jetzt einen Baukasten im fertigen Design: Er ändert Inhalte und legt neue Seiten an, und alles sieht immer gleich aus.
- DecoStones verkauft Steine. Gebraucht wird nur eine Eingabemaske, um neue Steine und Produktseiten anzulegen und bestehende zu ändern. Genau das bekommt DecoStones. Das Projekt ist gerade in Arbeit.
Der Vorteil: keine Plugins, die veralten. Weniger, das kaputtgehen kann. Und eine Oberfläche, die man ohne Schulung versteht.
So entscheiden Sie in fünf Minuten
- Sie wollen fast nichts selbst ändern: Kein CMS nötig. Lassen Sie Änderungen von Ihrem Dienstleister einpflegen.
- Sie wollen ein paar Bereiche selbst ändern: Ein schlankes CMS genau für diese Bereiche.
- Sie haben eine Redaktion, viele Seiten oder mehrere Sprachen: TYPO3.
- Sie bloggen viel und kümmern sich selbst um Updates: WordPress kann passen.
Fragen Sie Ihren Anbieter außerdem, wer Updates einspielt, was im zweiten Jahr anfällt und ob Sie den Code mitnehmen dürfen, wenn Sie wechseln.
Das beste CMS ist das, das Sie nicht bemerken: Sie ändern, was Sie ändern wollen, und der Rest läuft einfach.
Häufige Fragen
Ist WordPress für eine Firmenwebsite geeignet?
Grundsätzlich ja, wenn jemand fest für Updates, Backups und Sicherheit zuständig ist. Das größte Risiko liegt in Plugins: Laut Patchstack steckten 2025 rund 91 Prozent der gemeldeten Sicherheitslücken im WordPress-Umfeld in Plugins. Für die meisten Betriebe reicht ein schlankeres System.
Wann ist TYPO3 besser als WordPress?
Wenn mehrere Redakteure arbeiten, die Website viele Seiten oder mehrere Sprachen hat und Rollen, Rechte und Freigaben gebraucht werden. TYPO3 bringt das von Haus aus mit.
Was ist ein eigenes CMS?
Ein schlankes Redaktionssystem, das nur die Bereiche bearbeitbar macht, die ein Betrieb wirklich ändern will, zum Beispiel Stellen, Projekte oder Produkte. Es kommt ohne Plugin-Sammlung aus und ist dadurch einfacher zu bedienen und weniger anfällig.
Kann ich meine Website ohne CMS selbst ändern?
Nur mit Programmierkenntnissen. Ohne CMS ist es meist am einfachsten, Änderungen über ein kleines Wartungspaket einpflegen zu lassen. Dann ist auch klar, wer verantwortlich ist.
Baut Wils Solutions WordPress-Websites?
In der Regel nicht. Wir setzen ein schlankes eigenes CMS ein oder TYPO3, wenn ein großes Redaktionssystem gebraucht wird. Bestehende WordPress-Websites übernehmen und betreuen wir aber, wenn ein Neubau gerade nicht passt.
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